Wir machen
Welttheater

Sunflower
Evolution

Wie eine Straße
in den Himmel wächst

Der ehemalige Industriestandort Mülheim steckt in einem Prozess tiefgreifender gesellschaftlicher Transformation. Investoren bietet die ehemalige Industrielandschaft gute Anlagemöglichkeiten. Aus der Sicht der Bewohner und der Statistik sind die Aussichten weniger attraktiv: zu wenig Arbeit und Wohnungen, überdurchschnittlich viele Kinder und Alleinerziehende, zu wenig gute Bildungsabschlüsse, mit Autos vollgestopfte Straßen, ein extremer Mangel an Grünflächen, schließlich Angst vor Prekarisierung einerseits und Gentrifizierung andererseits. „Sunflower Evolution“ ist ein Kunst- und Partizipationsprojekt für die Kinder des Veedels, für die nächste Generation. Kunst-Projekte revolutionieren die Welt nicht. Aber sie können dazu beitragen, urbanen Lebensraum als ein komplexes und tiefgründiges ökologisches und soziales System zu sehen, zu vermessen und erfahrbar zu machen. Städtischer Raum, so die Botschaft, ist wie alles Leben gewachsen, gestalt- und veränderbar.

I.

Akt

Die
Schöpfung

Erste Mülheimer KinderUni.

"Erste Mülheimer KinderUni" zu Besuch bei Milla (v.l.), Lia, Lilo und Alena im Hinterhof, Foto: Katja Tauber

Zwischenspiel

Perturbation: Die große Verwirrung durch Covid – 19 

Als das Virus über uns herfiel, war Julia mitten in der Vorbereitung der „Ersten Mülheimer KinderUni“, die Anfang April stattfinden sollte. Längst hatte sie dafür Mitstreiter und Kinder aus dem Veedel zusammengetrommelt und Unterstützung durch das Programm „Starke Veedel – Starkes Köln beantragt. Aber alles das – wie viele andere Ideen – muss nun auf Eis gelegt werden, bis die Epidemie vorüber ist. Einstweilen konzentrieren wir unsere Kräfte auf die Hilfe für unsere Nachbarn und natürlich auf die Sonnenblumen im Fenster.

II.

Akt

Die
Verwandlung

Metamorphose: Langzeitbeobachtung vom Samen bis zur Blüte.

Foto von Prof. Dieter Volkmann

III.

Akt

Die
Offenbarung

„Placemaking“-Aktion: Am 13.09. holen wir den Himmel in die Schützenhofstraße – und die Sonne gleich mit dazu!

Illustration Julia Scherzl

Seit kurzem wohnt Julia Scherzl mitten im Mülheimer Norden. Sie ist 27 Jahre alt und sozial und kulturell im Viertel engagiert. Mit der „nachbarschaft köln-mülheim-nord e.V.“ und der Kinder- und Jugendeinrichtung „Don-Bosco-Club“ arbeitet sie eng zusammen.

Zuletzt hat sie in den Niederlanden „Social Design“ studiert. Sie beschäftigte sich intensiv mit Urbanistik, Stadtethnologie und Stadtsoziologie. In Woensel-West, einem Stadtteil von Eindhoven mit ähnlicher Sozialstruktur wie Mülheim, organisierte sie ein Partizipationsprojekt für Zuwanderer.

Aufgewachsen ist sie auf einem kleinen Dorf in Oberbayern. „Wir lebten dort, ein Glück, in einer guten, durch und durch pragmatischen und toleranten Nachbarschaft. Über „Social Design“ hat dort kein Mensch geredet. Man hat es einfach gelebt. Meine Herkunft prägt meinen Blick, meine Orientierungen und meine Arbeit bis heute.“, sagt Julia und beißt mit Herzenslust in das Scherzl*.

* „Scherzl“ ist bayerisch und bedeutet das Endstück vom Brot. Andere sagen dazu: „Küschje“, „Kanten“ oder Ähnliches. Viele sagen auch, dass das Scherzl das Beste ist.

Skript
und Regie

nachbarschaft köln-mülheim-nord e.V. • Prof. Dieter Volkmann • Katja Tauber • ifs internationale filmschule • covid-19 • Quartiersmanagerin Tilly Wagner • Beraterin Verfügungsfonds Emine Varchmin • Mein Gemüsegärtchen • Don-Bosco Club Köln • Ivan Kolesov • Sven Wecker • Kulturbunker Mülheim • Schauspiel Köln 

Mitwirkende

Gefördert durch: